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Ein Traum wurde wahr.
Am 21. August 2010 um 18.30 Uhr erfüllte ich mir einen Lebenstraum - Ballon fahren.


Zusammen mit meinem Mann Dirk und unseren Freunden Gabriele und Heiko genossen wir im Heißluftballon eine einmalig atemberaubende Aussicht. An diesem Nachmittag erlebten wir für ca 1,5 Stunden Ballon-Abenteuer pur.

Wir starteten vom Luisenpark in Mannheim und überließen den Rest dem Wind, der uns dann über Käfertal, Viernheimer Kreuz, Richtung Weinheim und Hemsbach trieb.

Einmal über den Dächern der Metropolregion mit rund 20 km/h zu schweben, das hat was. Die anfängliche Nervosität wich ganz schnell der Euphorie. Und ganz automatisch summte ich ein uraltes Lied von Reinhard Mey: "Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein. Alle Ängste, alle Sorgen, sagt man, blieben darunter verborgen und dann würde, was uns groß und wichtig erscheint, plötzlich nichtig und klein...“

Wer mich kennt weiß, dass ich etwas Höhenangst habe. Aber ich spürte absolut nichts davon! Ich dachte einfach, ich stünde auf dem Balkon der Welt und schaue auf den „Atlas Erde“. Ein phantastisches Erlebnis – endlich mal ohne Schwindelgefühl sich alles von oben anschauen zu können.

Vom Anfang bis zum Ende waren wir dabei. Wir halfen beim Befüllen des Heißluft-Ballons sowie beim Auf- und Abbau.
Erst nach getaner Arbeit und zu fortgeschrittener Stunde wurden wir als Ballon-Neulinge von unserem Piloten der
Montgolfiere D-OFDP Gerhard Tilke/ Happy Ballooning mit einer feierlichen Zeremonie vor rot glühendem Sonnenuntergang
mit Feuer und Sekt in den Adelsstand der Ballonfahrer erhoben. Da Ludwig der XVI. verfügt hat, dass nur Adelige Ballon fahren dürfen, musste dieses Gesetz selbstverständlich beachtet und auch eingehalten werden.

Der Pilot bestätigte uns, dass wir Täuflinge an der Reise durch das Luftmeer mit gehörigem Benehmen und großem Mut teilgenommen haben. Wir bekamen eine Taufurkunde auf der unsere ganzen Rechte auf Besitz, Lehen und Zehnt der überfahrenen Ländereien (ab 100 m Höhe) bestätigt wurden. (Wie wir unsere erworbenen Rechte künftig durchsetzen könne, ist eine andere Sache...)

Und wer denkt, dass es „da oben“ kalt und windig ist, der hat weit gefehlt. Denn: Ballon und umgebende Luft sind gleich schnell - es ist somit windstill und der Brenner über uns, heizt ja ordentlich (für die heiße Luft). Und als es hieß, dass wir uns so kleiden sollten, als ob wir eine Wanderung unternehmen würden, waren wir alle völlig hin und weg. Erst als wir auf knapp 1.000 m stiegen, wurde es (Gott sei Dank) etwas kühler. An diesem Tag bewegten wir uns zwischen 150 und 1.000 m Höhe.
(Der Weltrekord liegt bei 69.852 Fuß Höhe, das sind 21.291 Meter)

Gut, dass wir festes Schuhwerk anhatten und etwas sportlich sind, denn die Landung erfolgte auf einem Stoppel-Acker irgendwo bei Viernheim. Etwas holprig war die Landung, aber etwas Abenteuer muss ja schon sein. (Hauptsache unseren Fotoapparaten passierte nichts!).

Kurz vor 22 Uhr brachte uns unser „Erdferkel“ (liebevoller Name für die notwendigen Helfer am Boden) Herber zusammen mit unserem sehr fürsorglichen Piloten Gerhard schnell und sicher in den Luisenpark nach Mannheim zurück, um noch rechtzeitig beim nächtlichen „Ballon-Glühen“ dabei sein zu können. Wir alle waren tief beeindruckt, wie auf solch engem Raum ca 17 Teams mit ihren bunten Ballons, im Takt der Musik mit ihren zischenden Flammen sich so lange am Boden halten konnten, ohne abzuheben.

Wer sich über die Geschichte der Ballonfahrt informieren möchte, kann dies ganz hervorragend auf der Website unseres Veranstalters von www.heidelberg-ballon.de nachlesen.

Für mich war das nicht die letzte Ballonfahrt! Meine Krönung des Ballonfahrens soll die Überquerung der Alpen sein.
Flieg mit mir - in die fremdeste Ferne
Flieg mit mir - unsere Sehnsucht voraus
Flieg mit mir auf die Gipfel der Sterne
und weit - weit - darüber hinaus...
         (Text: Udo Jürgens - Flieg mit mir)

Wie ein Ballon gestartet wird und wie die Welt von oben aussieht zeigen Euch unsere Bilder.
- Beim Heissluft-Ballon wird zuerst der Korb aufgerüstet.
- Der Korb wird hingelegt und mit der Hülle verbunden.
- Die Hülle wird breit ausgezogen und dann mit einem Ventilator aufgeblasen.
- Das große Ventil (Parachute, da es wie ein Fallschirm aussieht) in der Spitze der Hülle wird zum Aufrüsten
  mit Klettpunkten verschlossen.
- Wenn der Ballon weit genug aufgebläht ist, beginnt der Pilot zu heizen, bis der Ballon sich aufgestellt hat.
- Anschl. werden durch einen Zug an der Parachute-Leine die Kletten gelöst, so dass nur noch der Innendruck des Ballons
  den Parachute zuhält.
- Wenn alle Passagiere eingestiegen sind, wird so lange geheizt, bis der Ballon abhebt.

„Glück ab, Gut Land“

Es grüßen die adeligen Ballon-Fahrer
Kühne Bezwingerin der sommerlichen Weiten, Schleierwolkenbaronin Petra, unter der zischenden Pilotflamme zu Viernheim
Schneidiger Eroberer der spätsommerlichen Hochdrucklage, Maiskolbengraf Dirk, unter dem weißblauen Firmament zu Hemsbach
Mutig sich der Thermik entgegenstemmende Topseilartistin, Sommersonnenfürstin Gabriele, sanft dahinschwebend über Mannheim
In den letzten Thermikböen gestarteter Brennerpirat, Wühlmaushügelherzog Heiko, dahin ziehend übers Neckartal.

 

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